Aus der ehemaligen Abteilung für Endoprothetik am Klinikum in
Garmisch-Partenkirchen ist jetzt die "endogap Klinik für Gelenkersatz" geworden
- nach eigenen Angaben bundesweit die erste endoprothetische Spezialklinik, die
unmittelbar in ein Klinikum eingebettet ist. Die neue Fachklinik ist mit einer
Zahl von mittlerweile 1500 hüft- und kniegelenksersetzenden Operationen pro Jahr
Marktführer in Bayern. Deutschlandweit "sind wir unter den ersten fünf", sagt
Klinikchef Holm Schlemmer. Doch der Wettbewerb unter den Krankenhäusern
wird immer schärfer. Mit der neuen Eigenständigkeit will die endogap-Klinik ihre
Position stärken und ausbauen. Die Patienten kommen aus ganz Deutschland und
aus dem Ausland. Denn seit ihrer Gründung 1969 hat sich die vormals
endoprothetische Abteilung des Klinikums im Lauf der Jahrzenhnte einen
ausgezeichneten Ruf erworben. 35 000 Operationen weist die Klinikdokumentation
inzwischen aus - und es werden immer mehr. Um 38 Prozent sei die Zahl der
Patienten in den vergangenen fünf Jahren gestiegen, berichtet Schlemmer.
Gesunken ist dagegen deren Durchschnittsalter, und zwar von 70 im Jahr 1985 auf
derzeit 62. Die heutigen Patienten "wollen weiter Sport machen und ihre
Quelle: Süddeutsche Zeitung, Angelika Hoch, 03.11.2005 |
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Lebensqualität erhalten", weiß der Klinikchef. Deshalb ließen sie
sich nicht erst dann ein neues Hüft- oder Kniegelenk einsetzen, wenn die
Gelenksarthrose unerträgliche Schmerzen bereite. Die 75 Betten der
endogap-Klinik sind immer zu 100 Prozent belegt. Die Wartezeit liegt bei drei
bis fünf Monaten. Die Klinik mit ihren 70 Mitarbeitern bietet neben dem OP und
sationärer Behandlung auch die komplette Nachsorge in Zusammenarbeit mit einer
Rehaklinik an. Außerdem, so betont Schlemmer, "nehmen wir jeden auf" -
unabhängig vom Versicherungsstatus, auch das trage zum Ruf der Klinik bei.
Zahlreiche unterschiedliche OP-Techniken und Materialien für die Implantate
stünden heute zur Verfügung und würden ständig weiter opimiert. "Man braucht ein
Riesenersatzteillager" wegen der ganz unterschiedlichen Befürfnissen der
Patienten, sagt Schlemmer. Vor allem aber zählt in Garmisch die Erfahrung aus
Jahrzehnten. Und die ist gerade in dieser Disziplin besonder wichtig: "Wir
merken erst in sehr vielen Jahren, ob es gut war" sagt Oberarzt Christian S.
Fulghum. Schließlich hält ein Implantat ohne weiteres bis zu zwanzig Jahre. Die
enorme Erfahrung, die hohe Spezialisierung und ein eingespieltes Team aus
vierzehn Gelenkchirurgen haben dazu geführt, dass die Operationszeit nur noch 30
bis 45 Minuten beträgt. |