Süddt. Zeitung 3 Nov 05
Spezialisten für Gelenkersatz
Aus der ehemaligen Abteilung für Endoprothetik am Klinikum in Garmisch-Partenkirchen ist jetzt die "endogap Klinik für Gelenkersatz" geworden - nach eigenen Angaben bundesweit die erste endoprothetische Spezialklinik, die unmittelbar in ein Klinikum eingebettet ist. Die neue Fachklinik ist mit einer Zahl von mittlerweile 1500 hüft- und kniegelenksersetzenden Operationen pro Jahr Marktführer in Bayern. Deutschlandweit "sind wir unter den ersten fünf", sagt Klinikchef Holm Schlemmer. Doch der Wettbewerb unter den Krankenhäusern wird immer schärfer. Mit der neuen Eigenständigkeit will die endogap-Klinik ihre Position stärken und ausbauen. Die Patienten kommen aus ganz Deutschland und aus dem Ausland. Denn seit ihrer Gründung 1969 hat sich die vormals endoprothetische Abteilung des Klinikums im Lauf der Jahrzenhnte einen ausgezeichneten Ruf erworben. 35 000 Operationen weist die Klinikdokumentation inzwischen aus - und es werden immer mehr. Um 38 Prozent sei die Zahl der Patienten in den vergangenen fünf Jahren gestiegen, berichtet Schlemmer. Gesunken ist dagegen deren Durchschnittsalter, und zwar von 70 im Jahr 1985 auf derzeit 62. Die heutigen Patienten "wollen weiter Sport machen und ihre Quelle: Süddeutsche Zeitung, Angelika Hoch, 03.11.2005 |
Lebensqualität erhalten", weiß der Klinikchef. Deshalb ließen sie sich nicht erst dann ein neues Hüft- oder Kniegelenk einsetzen, wenn die Gelenksarthrose unerträgliche Schmerzen bereite. Die 75 Betten der endogap-Klinik sind immer zu 100 Prozent belegt. Die Wartezeit liegt bei drei bis fünf Monaten. Die Klinik mit ihren 70 Mitarbeitern bietet neben dem OP und sationärer Behandlung auch die komplette Nachsorge in Zusammenarbeit mit einer Rehaklinik an. Außerdem, so betont Schlemmer, "nehmen wir jeden auf" - unabhängig vom Versicherungsstatus, auch das trage zum Ruf der Klinik bei. Zahlreiche unterschiedliche OP-Techniken und Materialien für die Implantate stünden heute zur Verfügung und würden ständig weiter opimiert. "Man braucht ein Riesenersatzteillager" wegen der ganz unterschiedlichen Befürfnissen der Patienten, sagt Schlemmer. Vor allem aber zählt in Garmisch die Erfahrung aus Jahrzehnten. Und die ist gerade in dieser Disziplin besonder wichtig: "Wir merken erst in sehr vielen Jahren, ob es gut war" sagt Oberarzt Christian S. Fulghum. Schließlich hält ein Implantat ohne weiteres bis zu zwanzig Jahre. Die enorme Erfahrung, die hohe Spezialisierung und ein eingespieltes Team aus vierzehn Gelenkchirurgen haben dazu geführt, dass die Operationszeit nur noch 30 bis 45 Minuten beträgt. |