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Patienten fragen

Gibt es Spezialkliniken für endoprothetische Operationen oder kann ich in jede Klinik gehen?
Sollte man eine Operation frühzeitig vornehmen lassen oder damit so lange wie möglich warten? Wann ist der beste Operationszeitpunkt?
Welche Risiken sind mit einer Hüft- oder Knieoperation verbunden?
Was sind "Minimal-Invasive" Operationsmethoden?

Welche Prothese ist die richtige für mich? Welches Material ist besser: Metall, Keramik oder Kunststoff?
Sind die Beine nach einer Operation wieder gleich lang?

Werden Blutkonserven verwendet?
Wie lange muss ich nach einer Operation in der Klinik bleiben und wie lange bin ich arbeitsunfähig?
Wie schnell kann ich nach einer Operation wieder ohne Krücken gehen?
Wie wichtig sind Kontrolluntersuchungen nach einem Eingriff? Muss ich auch dann zur Kontrolluntersuchung, wenn es mir gut geht?
Wie beeinflusst das künstliche Gelenk mein zukünftiges Leben?
Wie lange hält ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk?
Wann sollte ich als Träger eines künstlichen Gelenkes bei Zahnbehandlungen Antibiotika nehmen?



Wir antworten:

Gibt es Spezialkliniken für endoprothetische Operationen oder kann ich in jede Klinik gehen?
Keiner kann alles (gleich gut). Das gilt auch in der Medizin. Deshalb gibt es Spezialkliniken für Gelenkersatz. Zudem führt nicht jeden Klinik diese Operationen täglich durch. Da es sich um einen hochspezialisierten Eingriff handelt, lässt sich ein optimales Ergebnis nur mit viel Fachkenntnis und großer Erfahrung erzielen. Deshalb sollten Sie sich frühzeitig informieren, ob die von Ihnen ins Auge gefasste Klinik den geplanten Eingriff häufig und mit großem Know-how ausführt.

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Sollte man eine Operation frühzeitig vornehmen lassen oder damit so lange wie möglich warten? Wann ist der beste Operationszeitpunkt?
Wenn Röntgenbilder die Zerstörung eines Gelenks bestätigen, sind im Wesentlichen zwei Faktoren entscheidend, um den richtigen Zeit-
punkt einer gelenkersetzenden Operation zu bestimmen: die Lebensqualität und der Leidensdruck. Unabhängig vom Alter sollte man eine Operation in Erwägung ziehen, wenn durch Belastungs- oder Bewegungsschmerz schmerzstillende Medikamente nicht mehr wirken oder zu starken Nebenwirkungen führen. Zudem sollte man auch die Schädigung anderer Gelenke und Strukturen, zum Beispiel der Wirbelsäule, durch schlechtes Gangbild oder Fehlhaltungen berücksichtigen. Wird die Operation zu lange hinaus gezögert, können Wirbelsäulenbe-
schwerden auch nach einer Operation dauerhaft bestehen bleiben.

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Welche Risiken sind mit einer Hüft- oder Knieoperation verbunden?
Der künstliche Ersatz von Hüft- und Kniegelenken gehört zu den erfolgreichsten chirurgisch-orthopädischen Eingriffen mit dem größten Erfahrungsschatz. Allein in Europa werden zur Zeit jährlich etwa 400.000 Hüftgelenke und 200.000 Kniegelenke durch Implantate ersetzt.
Wie bei jedem Eingriff gibt es allerdings auch bei Gelenkersatz-Operationen gewisse Risiken. Das sind zum einen die allgemeinen Risiken, die bei jeder Operation auftreten können, und die speziellen Risiken des jeweiligen Eingriffs.

Zu den allgemeinen Risiken gehören

  • Beinvenenthrombose und die damit verbundene Gefahr einer Lungenembolie,
  • Infektionen im Wundbereich,
  • Nervenverletzungen und
  • Blutungen mit eventuell hohem Blutverlust und der Notwendigkeit einer Bluttransfusion.

    Zu den speziellen Risiken zählt, dass

  • das Gelenk nach der Operation instabil sein kann, also herausspringt,
  • es zu einer Verlängerung des operierten Beines kommen kann oder
  • Verkalkungen im Hüftbereich auftreten, die die Beweglichkeit behindern.

    Zum Schutz vor diesen Risiken können wir jedoch eine Reihe von Gegenmaßnahmen ergreifen.

    Einige Beispiele:

  • Sie erhalten regelmäßig blutgerinnungshemmende Medikamente (Heparin) um eine Thrombose zu vermeiden.
  • Die Operationsdauer ist kurz.
  • Das Operationsteam ist erfahren und speziell geschult.
  • Die Operationsräume sind keimfrei, so dass die Infektionsgefahr erheblich sinkt.
  • Die genaue Operationsplanung, zum Teil mit Unterstützung durch Computerprogramme, minimiert die Gefahr des Auskugelns
         des Gelenks oder der Beinverlängerung.
  • Durch kurzzeitige Medikamenteneinnahme oder Behandlung mit Röntgenstrahlen lassen sich Verkalkungen im Gelenkbereich,
         die bei entsprechender Neigung auftreten können, ebenfalls weitgehend vermeiden.

    Wie Sie sehen, ist der Eingriff zwar nicht risikofrei, aber mit den richtigen Schutzmaßnahmen risikoarm.

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    Was sind "Minimal-Invasive" Operationsmethoden?
    Je weniger Gewebe durch den operativen Eingriff beeinrächtigt wird umso besser. Sogenannte "minimal-invasive" Operationstechniken ermöglichen heute eine weitgehende Schonung von Haut, Weichteilen und Knochen. Dabei werden optimierte kleine operative Zugänge, speziell entwickelte Instrumente, neue Lagerungstechniken und knochenschonende Implantate kombiniert eingesetzt. Dies ist zum einen wichtig für das Erreichen einer zügigen Wiederherstellung der Lebensqualität nach dem Eingriff, zum anderen wird eine günstige Aus-
    gangssituation für einen nach vielen beschwerdefreien Jahren eventuell nötigen Zweiteingriff (Revision) geschaffen. Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz dieser Techniken ist vor allem ein intensiv geschultes, erfahrenes und aufeinander eingespieltes Operationsteam.

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    Welche Prothese ist die richtige für mich? Welches Material ist besser: Metall, Keramik oder Kunststoff?
    Diese Frage kann nur im Gespräch mit ihrem Operateur vorgeklärt, aber letztlich erst während der Operation beantwortet werden. Prinzipiell reagieren die Knochen jüngerer Patienten aktiver und schneller auf ein Implantat, so dass man Prothesen verwenden kann, die durch direktes Einheilen in den Knochen stabil werden. Bei Knochen, die durch Osteoporose oder Rheuma verändert sind, kann eine Befestigung der Implantate mit Kno-
    chenzement (einem Kunstharz-Füllstoff) sinnvoll sein. Dies gewährleistet eine hohe Stabilität.

    Auch eine Kombination beider Verankerungsmethoden wird häufig eingesetzt. Als Prothesenmaterial dient heute für zementierte Prothesen eine Edelstahllegierung aus Chrom-Kobalt. Zementfreie Prothesen werden in der Regel aus einer Titan-Legierung hergestellt.

    Wichtig bei einer Prothese sind auch die beweglichen, gegeneinander gleitenden Teile. Man nennt sie "Reibe-" oder "Gleitpartner": An ihnen treten im Lauf der Jahre zwangsläufig Verschleißerscheinungen auf, die die Haltbarkeit der Prothesen einschränken. Hier haben sich die Kombinationen Metall/Kunststoff und Keramik/Kunststoff bewährt. Eine weitere Einschränkung des Verschleißes erwartet man von Metall-Metall-Paarungen (Metasul TM, Ultamet TM), Keramik-Keramik- oder Keramik-Metall-Paarungen (Biolox DeltaTM) und neuen vernetzten Kunststoffen (z.B. DurasulTM, MarathonTM), die eine wesentlich längere Haltbarkeit versprechen. Welcher Gleitpaarung hier der Vorzug zu geben ist, bleibt noch abzuwarten, da Langzeitergebnisse über zehn Jahre noch nicht in ausreichendem Maß vorliegen.

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    Sind die Beine nach einer Operation wieder gleich lang?
    Der Ausgleich der Beinlänge ist eines der Operationsziele. Durch Erfahrung und sorgfältige Operationsplanung wird meist eine optimale Angleichung erreicht. Es kann allerdings möglich sein, dass aus Gründen der Stabilität eine Verlängerung des operierten Beines in Kauf genommen werden muss, um ein Auskugeln des Gelenks zu verhindern. Hier kann dann ein Beinlängenunterschied entstehen. Entweder gleicht die Wirbelsäule diese Differenz von allein aus oder aber eine Schuherhöhung schafft Abhilfe. In der Regel sind die Beine aber nach der Operation aber wieder gleich lang.

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    Werden Blutkonserven verwendet?
    Da der gelenkersetzende Eingriff keine Notfalloperation darstellt, lässt er sich im Voraus planen. Deshalb können Sie vor der Operation Eigenblut spenden. Außerdem kann das während des Eingriffs verlorene Blut aufgefangen, gewaschen und wieder zugeführt werden (Maschinelle Auto-Transfusion). Durch Auflagen für die Blutspender und die strengen Kontrollen der Konserven ist außerdem das Risiko einer Krankheitsübertragung durch Fremdblut sehr zurückgegangen.

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    Wie lange muss ich nach einer Operation in der Klinik bleiben und wie lange bin ich arbeitsunfähig?
    Für gelenkersetzende Eingriffe sollten Sie mit einem stationären Aufenthalt von insgesamt 10 bis 20 Tagen rechnen. Daran schließen
    sich 14 bis 21 Tage in einer Rehabilitationseinrichtung an. Die Arbeitsunfähigkeit bescheinigen wir Ihnen bei Gelenkersatz je nach Art
    des Eingriffs in der Regel für einen Zeitraum von drei bis vier Monaten.

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    Wie schnell kann ich nach einer Operation wieder ohne Krücken gehen?
    Sie werden normalerweise am ersten Tag nach der Operation zum ersten Mal aufstehen und, unterstützt von Krankengymnasten, mit Unterarmgehstützen wieder gehen lernen. Je nach der Art des Eingriffs werden Sie die Krücken in aller Regel drei bis sechs Wochen benötigen. Die Gehstützen helfen weniger dem Gelenk als vielmehr dem Kopf: Sie sollen Ihnen deutlich zeigen, dass Sie noch nicht vollständig einsatzbereit und belastbar sind, auch wenn Sie sich schon wieder stark und gesund fühlen.

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    Wie wichtig sind Kontrolluntersuchungen nach einem Eingriff? Muss ich auch dann zur Kontrolluntersuchung, wenn es mir gut geht?
    Etwa drei Monate nach dem gelenkersetzenden Eingriff kommen Sie zu einer ambulanten Kontrolle in unsere Sprechstunde. Weitere Kontrollen sind nach einem Jahr sowie danach im Abstand von jeweils zwei Jahren sinnvoll. Die regelmäßige Überwachung durch Ihren Orthopäden oder Ihren Operateur dient der möglichst langen, beschwerdefreien Erhaltung Ihres Gelenks, denn er kann beginnende Veränderungen schon frühzeitig erkennen und gegebenenfalls behandeln. Auch wenn es Ihnen gut geht, empfiehlt sich eine Kontrolle im Abstand von zwei Jahren.
    Der Grund: Manche Veränderungen beginnen zunächst ohne Schmerzen und führen erst relativ spät zu Beschwerden. Hier können Sie durch gezielte Vorsorgeuntersuchungen dazu beitragen, dass größere Schäden vermieden werden.

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    Wie beeinflusst das künstliche Gelenk mein zukünftiges Leben?
    Wenn Sie ein künstliches Gelenk erhalten haben, ändert sich für Sie in Ihrer Lebensführung eigentlich wenig. Der entscheidende Unter-
    schied ist eine erhebliche Verbesserung Ihrer Lebensqualität, denn die bisherigen, von der Hüfte oder dem Knie ausgehenden Beschwer-
    den werden Sie nicht oder kaum mehr beeinträchtigen. Veränderungen der angrenzenden Gelenke und Strukturen, beispielsweise der Wirbelsäule, sind natürlich nicht gleich mit verschwunden, können sich aber im Laufe der nächsten Monate bessern.

    Generell sollten Sie Überlastungen meiden, also Ihren Körper nicht über die Grenze der Ermüdung hinaus beanspruchen und Ihre Akti-
    vitäten dementsprechend planen. Schweres Heben oder andauernde, erhebliche körperliche Belastung sind nicht empfehlenswert.

    Ebenso sollten Sie bei sportlichen Betätigungen auf die Auswahl gelenkschonender Sportarten achten. Dazu zählen Schwimmen, Rad-
    fahren, Wandern und Langlauf. Ebenfalls erlaubt sind Golf, alpiner Skilauf und - mit Einschränkung - auch Tennis.
    Nicht empfehlenswert sind Squash, Kampfsportarten und Mannschaftssportarten wie Fußball, Basketball oder Handball. Dabei ist immer zu beachten, dass Sie nur Sportarten betreiben sollten, die Sie bereits beherrschen.

    Auch beruflich sollten Sie, wenn möglich, schwer körperlich belastende Tätigkeiten meiden und gegebenenfalls eine Veränderung Ihrer beruflichen Ausrichtung in Erwägung ziehen.

    Bei der Einrichtung Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung können Sie ebenfalls, gerade für die Zeit unmittelbar nach der Operation, gelenk-
    schonende Veränderungen vornehmen: Aufsätze für die Toilette, höher stehende Betten oder Sofas, Vermeidung von „Stolpersteinen“ wie frei durch das Zimmer laufenden Kabeln. Zudem sind Haltegriffe in der Badewanne, an der Toilette oder in der Dusche sinnvoll.

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    Wie lange hält ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk?
    Ein künstliches Gelenk hält durchschnittlich 12 bis 15 Jahre - ein langer Zeitraum angesichts der enormen Belastungen, denen es ausge-
    setzt ist. Die Hauptursache für eventuelle Probleme ist eine Lockerung der Implantate durch Verschleiß der verwendeten Materialien. Aber auch andere Faktoren wie Körpergröße und -gewicht, Aktivitäten und Knochensubstanz spielen eine wichtige Rolle für die Lebensdauer. Neue Materialentwicklungen bei Metallen, Keramiken und speziellen Kunststoffen geben Anlass zur Hoffnung, dass die derzeit eingebauten Gelenke deutlich länger halten werden als in der Vergangenheit. Das bestätigen auch entsprechende Laboruntersuchungen mit sehr guten Ergebnissen. Diese Entwicklungen sind zum Teil erst einige Jahre alt. Deshalb gibt es praktische Erfahrungen auch nur für einen begrenz-
    ten Zeitraum, die aber bisher unseren Erwartungen absolut gerecht werden. Sollte nach vielen beschwerdefreien Jahren eine Wechselope-
    ration erforderlich sein (vom Fachmann Revision genannt), stehen dafür spezielle Implantate zur Verfügung. Ein derartiger Gelenkaus-
    tausch ist zudem dank neuer, verbesserter Operationstechniken im Bedarfsfall nicht nur ein- oder zweimal, sondern auch häufiger möglich.

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    Wann sollte ich als Träger eines künstlichen Gelenkes bei Zahnbehandlungen Antibiotika nehmen?

    Zahnbehandlung nach Gelenkersatz
    Gesunde Zähne sind wichtig. Für Menschen, die ein künstliches Gelenk besitzen, kann der Besuch beim Zahnarzt zusätzliche Bedeutung haben: Bakterien, die an Zähnen oder Zahnfleisch zu finden sind, können sich in seltenen Fällen über die Blutbahn durch den Körper verbreiten und sich an einem Kunstgelenk anlagern. Das kann dann eventuell zu weit größeren Problemen führen, als die Zahnbeschwerden selbst.

    Deshalb wurden, in Anlehnung an die Richtlinien der American Dental Association und der American Academy of Orthopaedic Surgeons, die folgenden Verhaltensempfehlungen zusammengestellt für Menschen, die ein künstliches Gelenk in sich tragen und bei denen eine Zahnbehandlung ansteht. Da es relativ wenig wissenschaftliche Untersuchungen zu diesem Thema gibt, handelt es sich im Folgenden nur um allgemeine Empfehlungen. Ihr Zahnarzt und Ihr Orthopäde werden im Einzelfall die persönliche Vorgehensweise und ggf. Behandlung für Sie zusammenstellen.

    Wann brauchen Sie Antibiotika zur Vorbeugung?
    Bei den meisten Zahnbehandlungen benötigen Sie keine Antibiotika. Da Sie jedoch ein künstliches Gelenk besitzen, ist bei Ihnen die Gefahr einer durch Blut übertragenen Infektion größer als bei anderen Menschen. Wenn große Bakterienmengen im Spiel sind, wird daher bei bestimmten Zahnbehandlungen eine Antibiotikabehandlung empfohlen.

    Dies ist der Fall wenn:

    • Sie eine entzündliche Gelenkerkrankung haben, wie rheumatoide Arthritis oder systemischer Lupus erythematodes (seltene Art des entzündlichen Rheuma- Autoimmunkrankheit)
    • Ihr Immunsystem durch Krankheiten, Medikamente oder Bestrahlung geschwächt ist
    • Sie ein insulinpflichtiger Diabetiker (Typ I) sind
    • Sie Ihr künstliches Gelenk in den letzten zwei Jahren erhalten haben
    • Sie in Ihrem Gelenk schon früher einen Infekt hatten
    • Sie unterernährt oder fehlernährt sind
    • Sie an Hämophilie (Bluterkrankheit) leiden

    Welche Eingriffe bedürfen der Antibiotikabehandlung?
    Bei den folgenden Zahnbehandlungen sollten Sie Antibiotika einnehmen:

    • Zahnextraktionen
    • Zahnfleischbehandlungen
    • Zahnimplantationen und Wiedereinsetzen ausgeschlagener Zähne
    • Wurzelbehandlungen oder -operationen
    • Injektionen von lokalen Betäubungsmitteln in das Zahnfleisch
    • Zahnsteinbehandlung bei der Blutungen erwartet werden

    Welche Antibiotika werden empfohlen?
    Die folgenden vorbeugenden Antibiotika werden empfohlen:

    • Wenn Sie orale Antibiotika nehmen können und nicht allergisch auf Penicillin sind, sollten 2 Gramm Amoxicillin, Cefalexin oder Cefadroxil eine Stunde vor der Behandlung eingenommen werden.
    • Wenn Sie keine oralen Medikamente einnehmen können und nicht allergisch auf Penicillin sind, 2 Gramm Ampicillin oder 1 Gramm Cefazolin als Injektion eine Stunde vor der Behandlung.
    • Wenn Sie allergisch auf Penicillin sind, 600 Milligramm Clindamycin oral oder als Injektion eine Stunde vor der Behandlung.

    Diese Empfehlungen sollen Ihren Ärzten und Zahnärzten helfen, Entscheidungen bezüglich der Antibiotikatherapie bei Zahnbehandlungen von Patienten mit künstlichen Gelenken zu treffen. Da es unmöglich ist, Empfehlungen für alle möglichen Situationen auszusprechen, handelt es sich hier nicht um eine Behandlungsrichtlinie sondern um allgemeine Empfehlungen, die nicht als Ersatz für die klinische Beurteilung durch den behandelnden Arzt und Zahnarzt dienen. Über den Einsatz von Antibiotika entscheiden immer die Behandler aufgrund ihrer jeweiligen Erfahrung und Einschätzung.

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    Klinikum GAP
    endogap Klinik für Gelenkersatz im Klinikum Garmisch-Partenkirchen . Auenstraße 6 . 82467 Garmisch-Partenkirchen
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