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Kein Wundermittel gegen die Volkskrankheit
Arthrose: Vorbeugen mit Bewegung und richtiger Ernährung


Garmisch-Partenkirchen - Es ist zwar keine lebensbedrohliche Krankheit, dafür eine, die auf schmerzhafte Weise die Lebensqualität beeinträchtigt: Arthrose kann jeden treffen - von den Schultern über die Ellbogen und Finger bis hin zu Hüften und Knien. Mit der Diagnose sowie den Therapie-Möglichkeiten befassten sich drei Experten im Rahmen der Volkshochschulreihe "Gesundheit im Dialog" im Kongresshaus: der niedergelassene Orthopäde Dr. Steffen Wohlrab und der Chirurgie-Oberarzt Dr. Christian Fulghum. Moderiert wurde der Abend von Klinikum-Oberarzt Dr. Martin Fleckenstein.
Fünf Millionen Deutsche, sagte Wohlrab, seien in Deutschland von der Krankheit in jedem Stadium betroffen. Rund 200.000 Gelenke werden jedes Jahr in der Republik ersetzt. In seiner Praxis habe er sich monatlich mit etwas 300 mehr oder minder schweren Fällen zu befassen. Fulghum ergänzte, dass die Patienten immer jünger würden, die Zahl sinke von 70 Jahren zunehmend auf 60. "Wobei die Frauen etwas häufiger betroffen sind", wie Steffen Wohlrab humorvoll anmerkte. "Denn sie gehen auch häufiger zum Arzt, die Männer dagegen mehr ins Wirtshaus."
Eindrucksvoll stellten die Medizin dar, wie sich gesunde Hüft- und Kniegelenke von Arthrose-Gelenken unterscheiden. Die Knorpel sind abgerieben und, nachdem Knochen auf Knochen ohne "Puffer" reiben, entstehen Schmerzen. Die Ursachen sind mannigfaltig: Stürze auf Knie und Hüfte, Fehlbelastungen durch falsche Beanspruchung, frühere Entzündungen oder Stoffwechselerkrankungen.

Quelle: Garmisch-Partenkirchner Tagblatt, 24. März 2006


Außerdem kann die Krankheit sowohl durch zuwenig, als auch zuviel Bewegung entstehen.

Joggen und viel Gemüse
Vorbeugen lautet deshalb die Devise. Schwimmen, Jogging, Nordic-Walking, aber auch gesunde Ernährung, wie Fisch, Obst und Gemüse empfahlen die Experten. Arthrose erkenne man zunächst, so Wohlrab am "Anlaufschmerz", an späterer Steifheit im Gelenk und Schwierigkeiten beim Aufstehen. Gleich mehrere Therapiemöglichkeiten können Ärzte im Kampf gegen diese Krankheit anwenden: Medikamente, Gelenkspritzen mit Cortison, eventuell nach Akupunktur, Magnetfeld- sowie physikalische Behandlung. Eine effiziente Methode sei auch die Arthroskopie.
Die operative Methode erläuterte Fulghum, sprach über das Einsetzen von künstlichen Gelenken aus Titan, Kunststoff oder Keramik, die mindestens 15 bis 20 Jahre halten und später durchaus wieder ausgetauscht werden können. Die Wahrscheinlichkeit der anschließenden Beschwerdefreiheit, unterstrich Fulghum, sei sehr groß: Zehn Tage Klinik, danach zwei bis drei Wochen Rehabilitation, und nach vier bis fünf Wochen können die Patienten ohne Gehhilfe auskommen. Zwei Ratschläge gaben die Mediziner ihren Zuhörern noch mit: "Viel bewegen, gute Ernährung", sagte Wohlrab und Fulghum ergänzte - wenn´s nicht anders geht - keine Angst, wenn eine Operation nötig ist.  wk




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