http://www.endogap.de/endogap
HomeKontaktImpressumSprechzeitenAktuellesEnglisch

„Wie ein Stromschlag“

Kommentar zum gleichnamigen Spiegel-Artikel, Ausgabe 01/2009, Seite 36/37


Im Jahr 2008 wurden alleine in der Bundesrepublik Deutschland fast 200.000 künstliche Hüftgelenke implantiert. Der Eingriff ist eine äußerst erfolgreiche Operation, die zahllosen Menschen nach oft Jahre dauernden erheblichen Beschwerden neue Lebensqualität bringt. Die Implantate sind durch die tägliche mechanische Beanspruchung großen Belastungen ausgesetzt. Mehrere Millionen Lastwechsel pro Jahr mit Kräften, die das Vielfache des Körpergewichts ausmachen, müssen von den Prothesen ausgehalten werden.

Der Spiegel berichtet nun über Materialbrüche in den letzten Jahren bei drei verschiedenen Endoprothesen der Firmen ESKA, Falcon medical und Aesculap. Diese waren zwar äußerst selten aufgetreten, für die betroffenen Patienten aber natürlich sehr schmerzhaft gewesen und decken Unzulänglichkeiten sowohl im Bereich der Materialtestung als auch der Kontrollen nach der Operation auf.

Die Hersteller der Implantate, allen voran die großen Endoprothesen-Firmen, testen diese vor der Markteinführung ausgiebigst unter verschiedensten Bedingungen. Trotz dieser Vorkehrungen kann es jedoch in seltenen Fällen zu Brüchen von Implantaten kommen. Die Zahlen sprechen eindrucksvoll für die Tests, denn die Materialfehler sind ausgesprochen selten. Aber für die Betroffenen sind alle Zahlenspiele natürlich wenig hilfreich.

Was können wir daraus lernen? Zunächst ist die Einführung eines Endoprothesen-Registers in Deutschland unabdingbar, wenn derartige Probleme schnell aufgedeckt werden sollen. Die Register gibt es seit Jahren in Ländern wie Schweden, Norwegen und Australien, wo sie sehr erfolgreich arbeiten und zu einer wesentlichen


Verbesserung der Ergebnisqualität geführt haben. Die Einführung in Deutschland scheitert allein an den Finanzen, weil bisher von keiner der Beteiligten Parteien die nötigen Mittel bereitgestellt werden. Abhilfe ist hier dringend nötig, wenn sich die Situation bessern soll – und das muss sie!

Darüber hinaus werden in der endogap Klinik für Gelenkersatz seit vielen Jahren nur Implantate der marktführenden Hersteller verwendet, da diese die mit Abstand größten Testbudgets zur Verfügung stellen, über die nötige Expertise verfügen und die Sicherheit dort eindeutig so hoch wie nur irgend möglich ist. Wir legen außerdem großen Wert darauf, nicht jede Neuentwicklung sofort kritiklos einzusetzen, sondern warten die entsprechenden Tests ab, bevor erst nach gründlichem Studium und weitreichenden Abwägungen neu entwickelte Endoprothesen eingesetzt werden. Die Sicherheit unserer Patienten steht absolut im Vordergrund unserer Überlegungen.

Das Risiko eines Materialfehlers wird dadurch nicht völlig ausgemerzt, aber die Statistik spricht für uns: Die im Artikel erwähnten Implantate wurden hier nicht verwendet (es handelte sich jeweils um Neuentwicklungen), die von uns eingesetzten Hersteller sind nicht betroffen und einen Schaftbruch bei einem unserer Patienten haben wir viele, viele Jahre nicht mehr gesehen.

Sollten Sie zu diesem oder anderen endoprothetischen Themen weitere Fragen haben, wenden Sie sich gerne jederzeit an uns
(Tel. 08821 – 771245 Sekretariat).




Klinikum GAP
endogap Klinik für Gelenkersatz im Klinikum Garmisch-Partenkirchen . Auenstraße 6 . 82467 Garmisch-Partenkirchen
Telefon (08821) 77-1245 . Fax (08821) 77-1297 . e-mail