Im Jahr 2008 wurden alleine in der Bundesrepublik Deutschland fast 200.000
künstliche Hüftgelenke implantiert. Der Eingriff ist eine äußerst erfolgreiche
Operation, die zahllosen Menschen nach oft Jahre dauernden erheblichen
Beschwerden neue Lebensqualität bringt. Die Implantate sind durch die tägliche
mechanische Beanspruchung großen Belastungen ausgesetzt. Mehrere Millionen
Lastwechsel pro Jahr mit Kräften, die das Vielfache des Körpergewichts
ausmachen, müssen von den Prothesen ausgehalten werden.
Der Spiegel berichtet nun über Materialbrüche in den letzten Jahren bei drei
verschiedenen Endoprothesen der Firmen ESKA, Falcon medical und Aesculap. Diese
waren zwar äußerst selten aufgetreten, für die betroffenen Patienten aber
natürlich sehr schmerzhaft gewesen und decken Unzulänglichkeiten sowohl im
Bereich der Materialtestung als auch der Kontrollen nach der Operation auf.
Die Hersteller der Implantate, allen voran die großen Endoprothesen-Firmen,
testen diese vor der Markteinführung ausgiebigst unter verschiedensten
Bedingungen. Trotz dieser Vorkehrungen kann es jedoch in seltenen Fällen zu
Brüchen von Implantaten kommen. Die Zahlen sprechen eindrucksvoll für die Tests,
denn die Materialfehler sind ausgesprochen selten. Aber für die Betroffenen sind
alle Zahlenspiele natürlich wenig hilfreich.
Was können wir daraus lernen? Zunächst ist die Einführung eines
Endoprothesen-Registers in Deutschland unabdingbar, wenn derartige Probleme
schnell aufgedeckt werden sollen. Die Register gibt es seit Jahren in Ländern
wie Schweden, Norwegen und Australien, wo sie sehr erfolgreich arbeiten und zu
einer wesentlichen |
 |
Verbesserung der Ergebnisqualität geführt haben. Die Einführung in
Deutschland scheitert allein an den Finanzen, weil bisher von keiner der
Beteiligten Parteien die nötigen Mittel bereitgestellt werden. Abhilfe ist hier
dringend nötig, wenn sich die Situation bessern soll – und das muss sie!
Darüber hinaus werden in der endogap Klinik für Gelenkersatz seit vielen
Jahren nur Implantate der marktführenden Hersteller verwendet, da diese die mit
Abstand größten Testbudgets zur Verfügung stellen, über die nötige Expertise
verfügen und die Sicherheit dort eindeutig so hoch wie nur irgend möglich ist.
Wir legen außerdem großen Wert darauf, nicht jede Neuentwicklung sofort
kritiklos einzusetzen, sondern warten die entsprechenden Tests ab, bevor erst
nach gründlichem Studium und weitreichenden Abwägungen neu entwickelte
Endoprothesen eingesetzt werden. Die Sicherheit unserer Patienten steht absolut
im Vordergrund unserer Überlegungen.
Das Risiko eines Materialfehlers wird dadurch nicht völlig ausgemerzt, aber
die Statistik spricht für uns: Die im Artikel erwähnten Implantate wurden hier
nicht verwendet (es handelte sich jeweils um Neuentwicklungen), die von uns
eingesetzten Hersteller sind nicht betroffen und einen Schaftbruch bei einem
unserer Patienten haben wir viele, viele Jahre nicht mehr gesehen.
Sollten Sie zu diesem oder anderen endoprothetischen Themen weitere Fragen
haben, wenden Sie sich gerne jederzeit an uns (Tel. 08821 – 771245
Sekretariat). |