Garmisch-Partenkirchen - Medienberichte haben in den vergangenen Tagen
viele Menschen verunsichert. Ursache sind künstliche Hüftgelenke des
österreichischen Herstellers "Falcon Medical", die in mehreren Fällen gebrochen
sind. Seit den Veröffentlichungen wurde die Klinik für Gelenkersatz am Klinikum
Garmisch-Partenkirchen (endogap) mit besorgten Anfragen überhäuft. Doch Oberarzt
Dr. Christian Fulghum kann seine Patienten beruhigen: "Wir verwenden keine
Implantate dieses Herstellers." "Betroffen ist das Modell "Varicon", von dem
zwischen Dezember 2002 und Februar 2005 circa 2500 Stück eingesetzt wurden. In
rund 50 Fällen in Deutschland und Österreich hat das Implantat immer an der
selben Stelle nachgegeben. Es handelt sich offensichtlich um einen
schwerwiegenden Konstruktionsfehler. Fulghum befürchtet, dass viele Patienten
gar nicht wissen, was sie in ihrem Körper haben. "Vor 25 Jahren ist so etwas
noch ab und zu passiert", erklärt er. Damals wurden die Kunstgelenke gegossen,
heute werden sie geschmiedet. "Deshalb, ist es umso ungewöhnlicher, dass so
etwas noch vorkommt. Die Menschen sind recht verunsichert." Er legt großen
Wert darauf, dass die betroffenen Titan-Implantate absolut "nicht unserer
Philosophie entsprechen, weil wir einen sehr hohen Qualitätsanspruch haben".
Endogap arbeitet seit über 20 Jahren mit den beiden Weltmarktführern zusammen.
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eine langjährige Partnerschaft, genauso, wie es bei unseren Patienten sein
soll", philosophiert Fulghum. Ein Implantat kostet durchschnittlich zwischen
1500 und 3000 Euro. Beim Preis gebe es kaum Spielraum, denn die Kosten entstehen
größtenteils durch Forschung, Entwicklung und Langzeitstudien. Bei
"Billigprodukten" wird oft auf die kostspieligen Belastungstests verzichtet. Der
Oberarzt betont, dass kleine Firmen einfach nicht die finanziellen Möglichkeiten
für die notwendigen Testreihen haben. "Man muss eben erst mal gründlich
forschen, bevor etwas auf den Markt kommt", kritisiert Fulghum. "Und das können
diese Firmen nicht garantieren." Mit Folgen für die Patienten. Implantate sind
nicht einfach austauschbar wie bei einer Auto-Rückholaktion. Beim Menschen hätte
das immer eine Operation zur Folge. "Das können und wollen wir unseren Patienten
nicht antun", sagt Fulghum. Im Klinikum Garmisch-Partenkirchen, das zu den
Marktführern in Deutschland zählt, werden pro Jahr 1700 Operationen
durchgeführt. Für ein künstliches Hüftgelenk zahlen die Krankenkassen eine
Pauschale. Damit muss die Klinik auskommen, egal welche Implantate sie
verwendet. Darum ist für viele der Preis das entscheidende Kriterium. Nicht so
bei endogap. "Wir verwenden solche Produkte nicht. Nicht früher und auch nicht
in Zukunft", verspricht Fulghum. - Alexander Schwer |